Zusammenarbeit mit Camphill Village

Vorstellung des Projektpartners  www.camphill.org.za

Das Camphill Village befindet sich in einer ländlichen Umgebung des Western Cape und umfasst derzeit dreizehn Wohnhäuser. Seit 1964 leben hier im Mittel 90 Menschen mit intellektuellen Einschränkungen in einer geschützten doch dynamischen Gemeinschaft. Das Village bietet seinen Bewohnern die Möglichkeit, ihre individuellen Fähigkeiten in weitestgehend ökologischen Betrieben (Bäckerei, Kräutershop, Gemüsegarten und Molkerei) einzubringen und Verantwortung für ihre Beiträge zu übernehmen. Die Produkte erfreuen sich im Großraum Kapstadt großer Beliebtheit und stellen eine wichtige Einnahmequelle für die Organisation dar.

Beitrag von Rays of Hope

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Rays of Hope unterstützt das Camphill Village seit 2014. Den organisatorischen Rahmen bildet der frühzeitig gemeinsam entwickelte Masterplan CECE>2020 („Camphill Ecological Center of Excellence“), der darauf abzielt, die Organisation bis zum Jahr 2020 finanziell weitgehend auf eigene Füße zu stellen. Betriebskosten der Village-eigenen Kleinbetriebe sollen reduziert, der Einsatz verfügbarer Ressourcen effizienter gestaltet, Umsätze und Gewinne gesteigert, die Palette der angebotenen Produkte kritisch gesichtet bzw. erweitert sowie Marketing- und Verkaufsaktivitäten verbessert werden.

Die erforderlichen Maßnahmen werden in koordiniert umzusetzende Einzelprojekte gegliedert, die mit Hilfe von Sponsoren umgesetzt werden. Im Fokus unserer Unterstützung stehen die Förderung von effizienten und umweltfreundlichen Infrastrukturmaßnahmen sowie die Weiterentwicklung von biologisch-nachhaltigen Anbaumethoden.

Für die Akzeptanz durch sowie für die Einbindung in die Gemeinschaft ist eine enge Zusammenarbeit von Camphill mit den Anrainern unabdinglich. Das Center bietet angrenzenden Gemeinden Anregungen etwa für die Nutzung erneuerbarer Energien sowie für eine verbesserte Farmwirtschaft. Stabilität in Camphills wirtschaftlicher Situation wird die Aufnahme weiterer Bedürftigen in ein menschenwürdiges, langfristig gesichertes Umfeld ermöglichen.

  • Stromversorgung:

    Grundlage für infrastrukturelle Verbesserungen in der Stromversorgung sind die Ergebnisse einer professionellen Energiebedarfsaufnahme, auf deren Basis das Projekt „Solar Rays“ konzipiert wurde. Nach detaillierter Planung wurde RoH in der Umsetzung des Projekts durch eine Reihe namhafter Sponsoren unterstützt. Im März 2014 wurde eine auf-Dach Solaranlage mit einer Leistung von 20 kWp installiert, die im Oktober 2015 auf 65 kWp erhöht wurde und mit einer angepassten Batteriebank betrieben wird. Schauen Sie sich hier einige Impressionen anlässlich der Übergabe der PV Anlage an. Der durch die Solaranlage produzierte Strom versorgt die Molkerei und führt zu einem ökologischen Mikrosystem, das die Herstellung von ökologischen Milch-, Joghurt- und Käseprodukten mittels regenerativer Energie ermöglicht. Der Anlagenbetrieb wird durch die lokalen Solarexperten von Sieckmann Engineering (Rays of Hope Mitglieder) professionell vor Ort überwacht und gewartet. Im letzten Jahr produzierte die Solaranlage über 108 MWh. Die durchschnittliche monatliche Ersparnis an Stromkosten liegt bei etwa ZAR 6.000.

    Aufgrund der häufigen Abschaltungen seitens des nationalen Anbieters und der stetig steigenden Tarife strebt RoH mittelfristig eine autarke Stromversorgung von Camphill an. Dazu ist die Installation weiterer Anlagen für die Nutzung regenerativer Energien geplant.

  • Umstellung der Beleuchtung:

    Der Energy Audit empfahl als eine der dringlichsten Maßnahme zu effizientem Stromverbrauch die Umstellung der Beleuchtung auf LED Technologie. In den Außenbereichen des Camphill Village wurde diese Empfehlung bereits umgesetzt.

  • Wasserversorgung / Effiziente Wassernutzung:

    Die Kapazität der Molkerei wird gegenwärtig lediglich zur Hälfte genutzt. Eine bessere Auslastung erfordert die Steigerung der angelieferten Milchmenge, die wiederum von der Anzahl der Kühe und der Qualität sowie der Fläche des verfügbaren Weidelands abhängt. Der einschränkende Faktor hierzu ist das geringe Wasserangebot. Hier setzt die erste Phase des Projekts „Water Rays“ an, für das im Juni 2017 Mittel des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eingeworben wurden. Angesichts der latenten Wasserknappheit wurden ein Grundwasserbrunnen abgeteuft, eine Tauchpumpe installiert, ein Wasserverteilsystem implementiert sowie 14 ha neues Weideland aufbereitet und eingezäunt.

    Im Rahmen des BMZ-unterstützten Projekts wurden auch Maßnahmen für eine effizientere Nutzung des wertvollen Wassers implementiert. Sie beinhalten Stopper für die Duschen, Wasserverbrauchs-messuhren in jedem Haus, Wiederverwertung des Brauchwassers aus Duschen, Küche und Wäscherei sowie die Erstellung einer Task Force Water, die die Bewohner in einem effizienten Umgang mit Wasser schult und im Alltag begleitet.

    In einer zweiten Phase wurden mit Mitteln der Schmitz Stiftungen weitere 4 ha Weideland aufbereitet, an das Bewässerungssystem angeschlossen und eingezäunt. Außerdem wurden 10 weitere Jersey Milchkühe angeschafft, die die Herde auf 60 anwachsen ließen.

  • Gewächshäuser / Anbaumethoden / neue Agrarprodukte:

    Im Jahr 2016 wurden zwei Gewächshäuser mit einer Grundfläche von je 300 m2 inklusive aller für eine Tröpfchen-Bewässerung erforderlicher Komponenten in Betrieb genommen. Seither werden hier mit großem Erfolg organische Tomaten, Gurken und Paprika angebaut, für die in Kapstadt rege Nachfrage besteht. Eine Verdopplung der Kapazität wurde durch zwei weitere Gewächshäuser erzielt, die RoH in Frühjahr 2017 bereitstellte.

    RoH steht mit internationalen Agrarexperten in Verbindung, um die Methoden organischen Anbaus vor Ort weiter zu verbessern. Angedacht sind der großflächige Anbau neuer Produkte wie beispielsweise Jojoba sowie die weitere Optimierung der Bewässerungssysteme.